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December 12, 2020

Sunny Side Up – Kunst auf T-Shirts

Susanne Barta

Über eine Bekannte bin ich auf ein sehr schönes Projekt gestoßen. Der Name „Sunny Side Up“ hat mir gleich gefallen. Und, dass Künstler*innen T-Shirts gestalten. Und, dass die T-Shirts nachhaltig und fair produziert werden. Nicht, dass es unbedingt neu wäre, Kunst auf T-Shirts zu drucken, aber das Zusammenspiel von Kunst, Style und Nachhaltigkeit ist hier besonders gut gelungen. Vielleicht liegt das an Josephine Wagner, die diese limitierte T-Shirt-Kollektion gemeinsam mit ihren Künstler*innen entwickelt hat. Die Galeristin kommt eigentlich aus der Mode, hat Modedesign an der Hochschule für angewandte Kunst studiert und betreibt seit 2006 in Wien die Galerie Raum mit Licht.Sunny Side Up Die Kunst-T-Shirts sind ein Lockdown-Projekt. Allerdings nicht des ersten, sondern des zweiten Lockdowns. Wie viele Betreiber von Kunst- und Kultureinrichtungen musste auch Josephine ihre Galerie mehrfach zusperren. Neue online Initiativen sind entstanden, unter anderem Dominique Foertigs Munchies Art Club, ein digitaler Kunstraum, der es jungen Künstler*innen ermöglicht, sich mit ihren Arbeiten zu präsentieren. Josephine bekam die Möglichkeit, mit ihrer Galerie dabei zu sein.Foto_4_horizontal overview shirts image Die Idee für die T-Shirts hatte sie eines Morgens unter der Dusche. Gute Ideen zeigen sich ja gerne in Momenten der Entspannung. Die Nachrichten verdichteten sich, dass es zu einem zweiten Lockdown kommen würde. Und so war es dann auch. Was sonst mehrere Monate dauert, hat Josephine gemeinsam mit der Künstlerin Laila Zarina in zwei Wochen auf die Beine gestellt: eine Möglichkeit, Kunst zu transportieren, nicht auf die übliche Weise, sondern eben im Rahmen einer T-Shirt-Kollektion. „Eigentlich habe ich mich immer gefürchtet davor, die Bereiche Mode und Kunst zusammenzubringen, weil ich nicht ins Design, ins Schöne, Dekorative abrutschen wollte“, sagt Josephine. Die Rahmenbedingungen aber haben sich so verändert, dass sie es gewagt hat. „Auch die Künstler*innen waren gerne dabei. Herausgekommen ist eine besondere Kollektion, niemand musste sich künstlerisch verbiegen, wir haben ausgewählte Teile aus den Arbeiten herausgenommen.“ Mit dabei sind Jonas Feferle, Josef Zekoff, Andrea van der Straeten, Ernst Koslitsch, Sarah Bogner, Bernhard Hosa, Roman Pfeffer, Peter de Meyer, Lara Erel, Titania Seidl, Karin Fisslthaler, Aliki Braine, Georgia Creimer, Arye Wachsmuth und Klaus Pamminger. Und dann gibt es noch zwei thematische Shirts: Sunny Side Up und Mango Lassi.Sunny Side Up 02Das Ufo von Ernst Koslitsch ist eigentlich ein Holzobjekt, das an der Wand hängt, der Hund von Andrea van der Straeten eine Filzstift-Zeichnung aus den 1990er Jahren. „Mir war es ein großes Anliegen, dass es nicht einfach nur ein T-Shirt wird, sondern, dass wir die jeweilige Kunst auch übersetzen“, erzählt Josephine.

Die Farben der T-Shirts hat sie gemeinsam mit Laila ausgewählt, nur Peter de Meyer bestand auf ein weißes und Klaus Pamminger auf ein schwarzes Shirt. Alle T-Shirts gibt es für Damen (etwas tailliert) und Herren/Unisex in den Größen S bis XXL. Darüber hinaus werden auch drei Masken-Varianten angeboten. Produktionszeit der Shirts ist ein bis zwei Wochen.Sunny Side Up Foto_7Dass die T-Shirts Fair Trade und aus Bio-Baumwolle sind, ist Josephine wichtig. Lange genug hat sie in der Modeindustrie gearbeitet und weiß, wie für gewöhnlich produziert wird. Ein Produkt, das von schlecht bezahlten Frauen irgendwo im Keller entsteht, kam für sie nicht in Frage. Produziert wird in einer kleinen Werkstätte in Wien. Josephine war jedoch auch klar, dass nicht jede und jeder bereit ist, 125 Euro für ein T-Shirt auszugeben. Aber dafür bekommt man was. Die Auflage ist limitiert und neben den Nachhaltigkeitsaspekten handelt es sich auch um ein Kunstprojekt. Die Shirts kann man wie Billboards verstehen, die eine Message transportieren. Von Galeristen und Sammlern gab es jedenfalls gutes Feedback auf das Projekt, einige haben sich T-Shirts für Weihnachten bestellt.Sunny Side Up 03Josephine kann sich durchaus vorstellen, dass aus „Sunny Side Up“ ein Langzeitprojekt wird. „Derzeit mache ich noch alles im Alleinvertrieb, aber vielleicht sind in Zukunft ja auch Museumsshops interessiert.“

Wer gerne so ein cooles T-Shirt hätte, einfach auf die Galerie-Seite gehen und bestellen. Susanne Barta Sunny Side Up 

Fotos: (1) © Sarah Bogner trägt Sarah Bogner; (2+3) T-Shirts von Titania Seidl und Roman Pfeffer © Galerie Raum mit Licht; (4) © Galerie Raum mit Licht; (5+6) T-Shirts von Ernst Koslitsch und Andrea van der Straeten © Galerie Raum mit Licht; (7) Josephine trägt eine Maske mit dem Motiv von Andrea van der Straeten Andrea van der Straeten; (8+9) T-Shirt von Arye Wachsmuth und T-Shirt Mango Lassi; (10) Susanne trägt Sunny Side Up T-Shirt, Jacke > Secondhand, Hose > Max Mara, Sneakers Veja © Susanne Barta; (11) Susanne trägt T-Shirt von Titania Seidl, Jeans > Dawn, Blazer > SKFK, Schuhe > Leandra Medine x Mango © Susanne Barta. 

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