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July 14, 2021

Sommer, Sonne, Kaktus … und nachhaltige Outfits

Susanne Barta

Das Lied von Helge Schneider „Sommer, Sonne, Kaktus“ geht mir gerade nicht aus dem Kopf. Vermutlich, weil der Sommer mit voller Wucht da ist und die Sonne vom Himmel knallt. Die Temperaturanzeige in der Wohnung zeigt regelmäßig 34, 35, auch 36 Grad Celsius an. Man kann sagen, was man will, das ist viel und es ist vor allem häufiger. Der Klimawandel ist spürbar auch bei uns im Gange. Vor kurzem habe ich eine sehr interessante und gut gemachte Journalisten-/Publizisten-Fortbildung gemacht, organisiert vom Zukunftspakt Südtirol, da ging es um unser Klima, global und lokal, und die Klimakatastrophe, die vor unser aller Tür steht.© Markus Spiske:unsplash 02Obwohl ich mich seit geraumer Zeit mit dem Thema beschäftige und vieles nicht neu ist, macht es mich dennoch jedes Mal aufs Neue betroffen, wenn Klimaexpert*innen die Fakten und Zahlen ausbreiten. Warum? Weil wir wenig Zeit haben, das noch halbwegs gut hinzukriegen, weil post Corona gerade wieder die Post abgeht und weil die Bereitschaft, wirklich etwas zu verändern, nicht gerade groß zu sein schein.
Vortragende waren der Klimaforscher Georg Kaser, Marc Zebisch von der Eurac und die Organisationsentwicklerin Sabina Frei, da es nun verstärkt auch darum gehe, das, was die Wissenschaftler*innen schon längst wissen, in die Gesellschaft hineinzubringen.© Etienne Girardet:unsplash 03Dass die Modeindustrie zu den großen Umwelt- und Klimasündern gehört, ist nichts Neues. Je nach Quelle ist die Textilindustrie für ca. 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich – mehr als Luft- und Schifffahrt zusammen. Und das betrifft „nur“ die Emissionen. 
Da der Sommer aber temperaturmäßig zu überstehen ist, nicht nur in Bikini oder Badeanzug, habe ich ein paar nachhaltige Sommeroutfits zusammengestellt. Saisonwechsel bedeutet immer auch Kleiderschrank umräumen bei mir, also wegräumen, herräumen und Sachen wiederentdecken, die ich schon vergessen habe. Es gibt ja so viele Möglichkeiten frischen Schwung in seinen Schrank zu bringen, ohne gleich alle Geschäfte zu stürmen. Das, was man schon hat, neu entdecken, anders kombinieren, sich was ausleihen (von Sohn, Tochter, Mann, Freundin, Freund), umnähen (wer das nicht kann wie ich, geht zur Schneiderin) oder was draufsticken oder sonst wie anders machen, Secondhand kaufen und, wenn es was Neues braucht, nachhaltige und fair produzierende Brands unterstützen. Am besten lokal gekauft. Einige sommerliche Neuanschaffungen habe ich getätigt, Shorts, eine Jeans und zwei weiße T-Shirts.© Susanne Barta by Urban von Klebelsberg Foto_4+5Outfit 1 – Pflanzensommer

Shorts sind immer top im Sommer. Wenn es legerer sein soll, (weißes) T-Shirt oder hinaufgerempeltes Hemd dazu, statt der Sandalen mit Absatz, alles was Freude macht im Sommer, Flip-Flops, Birkenstocks, bunte Sandalen … 

Shorts > Dawn Denim; Bluse > Second Hand Kleopatra; Sandalen > Alohas; Jeansjacke > Secondhand; Tasche > Lockdown-Design by Cornelia Kraske; Sonnenbrillen > RetroSuperFuture.© Susanne Barta by Urban von Klebelsberg Foto_6+7Outfit 2 – Wo ist hier der Strand???

Los geht’s. Worauf warten wir? Aber auch eine Dusche, ein Schwimmbad oder ein See tut es. Wenn es richtig heiß wird, halte ich wenig aus am Körper. Weit muss es sein und hell. Und wenn’s unten so wenig ist, dann braucht es oben was halbwegs Seriöses. Ich liebe Hemden zu Shorts, Ärmel rauf krempeln, läuft. 

Pyjamashorts aus Eukalypthusfaser > CORA happywear; Hemd > Afora; Jeansbeutel > Dawn Denim; Schuhe > Hasbeens; Regenschirm mit Filter gegen Sonnenlicht > Schirmcafe Aumiller, München.© Susanne Barta by Urban von Klebelsberg Foto_8+9Outfit 3 – Leichte Sommerlektüre

In der Früh und am Abend braucht’s auch mal eine lange Jeans. Wichtig ist, dass die Jeans (sehr) locker sitzt. Dazu geht alles, was fein ist und einen gewissen Kontrast zur Lässigkeit der Jeans setzt.

Jeans > Peppino Peppino – gibt’s bei Sublime; Polo > Lacoste Second Hand; Ballettpatschen; Sonnenbrillen > RetroSuperFuture; Lektüre > Die Zeit, Economist. 

Georg Kaser hat in der oben erwähnten Weiterbildung eine Zahl gebracht, die mir im Kopf geblieben ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass die globale Erwärmung bis 2025 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit erreicht, liegt bei 40 Prozent. Einen Anstieg von 1,5 Grad Celsius peilt die Staatengemeinschaft nach dem Pariser Klimaschutzabkommen eigentlich als Obergrenze bis zum Ende des Jahrhunderts an. Was das bedeutet? Dass uns die Möglichkeiten hier gegenzusteuern bald aus den Händen genommen sein werden, wenn wir nicht dran gehen. Und: Südtirol ist aufgrund seiner Alpenlage stärker betroffen. Hier liegt der Temperaturanstieg bereits über dem Durchschnitt.© Tania-Malrechauffe:unsplash 10Aber ich möchte nicht klein beigeben und einfach den Deckel auf das immer unvermeidlichere Klimathema draufhauen. Auch wenn der individuelle Einfluss beschränkt ist, wenig ist immer besser als nichts. Wie geht’s euch da?

In diesem Sinne: „Sommer, Sonne, Kaktus“.

Fotos: (1) © Susanne Barta, Hemd  > Stella Mc Cartney x H&M (von 2005!); Shorts > Muji; Sandalen > Lemon Jelly; (2) © Markus Spiske/unsplash; (3) © Etienne Girardet/unsplash; (4–9) © Susanne Barta by Urban von Klebelsberg; (10) © Tania-Malrechauffe/unsplash

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