
© Susanne Barta
© Susanne Barta
Kennengelernt habe ich Angelika Former bei Gekko, einem Secondhand-Geschäft mit sozialem Hintergrund. Sie arbeitet dort seit vielen Jahren als Sozialpädagogin. Ende letzten Jahres hat sich Angelika ein Sabbatjahr genommen und im April 2026 ein eigenes Geschäft eröffnet: Formaterra. Angelika ist nicht nur Sozialpädagogin, Secondhand- und Upcycling-Fan, sondern auch Kunsthandwerkerin – u. a. hat sie eine Goldschmiedeausbildung absolviert.
Ich freue mich über jede Initiative, die nicht die konventionellen Bahnen beschreitet. Denn leicht ist es nicht, abseits der Massenpfade etwas Gutes auf die Beine zu stellen.



„Mein Shop soll ein Raum zum Wohlfühlen sein, der Entschleunigung und der Bewusstwerdung“, sagt sie. „Den Kund:innen gefällt die schöne und geruhsame Atmosphäre. Der Trubel unter den Lauben ist nicht jedermanns Sache.“ Ich kann das bestätigen. Nachdem ich mich durch Horden von Tourist:innen durchgeschlängelt habe, atme ich auf, als ich in die Passeiergasse einbiege.
„Nachhaltig zu arbeiten ist mir sehr wichtig“, sagt Angelika. Für ihren Schmuck verwendet sie fast ausschließlich Restmaterialien, alle Möbel im Geschäft sind gebraucht und auch Secondhand-Mode hat einen Kleiderständer bekommen. Angelika arbeitet vor allem mit Eco-Silber, dazu kommen einige andere Metalle, Ton, Stoffreste, Kartone von Verpackungen, Tapezierer-Reste … was ihr so über den Weg läuft. Die Materialien werden je nach Idee gemixt und kombiniert.



Angelika verkauft in ihrem Laden neben Schmuck aus unterschiedlichsten Materialien, auch Vintage-Möbel, Bilder und Papierobjekte von anderen Kunsthandwerker:innen. Dazu, wie gesagt, ein Kleiderständer mit ausgewählten Secondhand-Stücken. „Ich selbst mache Schmuck und Keramik, aber ich freue mich, wenn andere Kunsthandwerker:innen als Gäste bei mir verkaufen; wichtig ist mir jedoch, dass sie meine Werte teilen“, erzählt sie. Der Shop heißt ja Formaterra. Angelika Former & guests. Drei Textil-Upcyclerinnen stehen demnächst auf dem Programm: Johanna Finger mit Artelier, Melanie Perkmann aus St. Valentin, die aus gebrauchter Kleidung neue Lieblingsstücke näht, und Ladislaus Designs, aus alten Blazern entstehen hier neue Jacken.

Interessiert hat mich auch das terra im Shopnamen. Angelika: „Ich mache Schmuck aus Materialien, die die Erde bietet, wie Metalle, Ton, Holz, und ich bearbeite deren Oberflächen mit natürlichen Produkten, um eine besondere Patina zu erzielen – von Zitronen bis zu Pflanzendünger.“



Wie es nach dem Sabbatjahr im November genau weitergeht bei Angelika und ob sie ihr Projekt alleine tragen kann, wird die Zeit zeigen. Wollen wir hoffen, dass Formaterra Meran erhalten bleibt.


