„Der Geschmack künftiger Landschaften. Il gusto dei paesaggi futuri. The taste of future landscapes“, die Publikation zum Zehnjährigen von BAU

Publikation „Der Geschmack künftiger Landschaften. Il gusto dei paesaggi futuri. The taste of future landscapes“ zum Zehnjährigen von BAU, © Franziska Unterhholzner
Zum Zehnjährigen gönnt sich das Institut für zeitgenössische Kunst und Ökologie BAU keine Publikation, nein, sondern gleich einen ganzen, großen, immerwährenden Kalender, allerdings ohne Tage, Wochen, Jahre. Jahreszeiten hat er sehr wohl.
Gegründet wurde BAU also 2015 und zwar von den Kuratorinnen Lisa Mazza und Simone Mair sowie Filipa Ramos, die mit 2017 den anderen beiden die künstlerische Leitung überlassen hat: Mit der BAU Residency laden sie Künstler:innen und Kollektive nach Südtirol ein, sich in Zusammenarbeit mit lokalen Partner:innen mit dem ländlichen Raum auseinanderzusetzen, mit den BAU Alliances gehen die beiden projektbezogene Partnerschaften mit kulturellen Institutionen ein und die BAU Agency ist eine Plattform für Dienstleistungen an kulturellen Institutionen, Bildungseinrichtungen und privaten Unternehmen.

AUSSEN
… hart. Das Cover ziert auch ein richtiges (Südtiroler Kalenderblatt-)Bild, geschossen von Daniel Mazza, eine Bergkette darf und muss es sein also. „Der Geschmack künftiger Landschaften. Il gusto dei paesaggi futuri. The taste of future landscapes“ prangt in großen Lettern in den drei BAU-Farben in der BAU-Schrift darunter. Drei mysteriöse Eulen winken entgegen. Die Schrift für BAU ist übrigens bei der ersten BAU-Künstlerresidenz im März 2015 von Åbäke in Zusammenarbeit mit Schüler:innen des Kunstgymnasiums Meran der Fachrichtung Grafik, Musikstudierenden und dem Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer in Partschins im Rahmen eines Workshops auf einer Valentina Olivetti entwickelt worden. Die Buchrückseite ist dick wie ein Speckschneidebret und wie ein Kalender öffnet sich die Publikation nach oben. Der Buchrücken wäre gleichzeitig der zu hängende Part.
INNEN
… weicher. Das Design stammt von Äbåke und ist in Gleichzeitigkeit dreisprachig – wie die Website. Apropos Website: Wusstet ihr, dass sich der Hintergrund nach dem Wetter orientiert, weil die Website an die Wetterstation Bozen gekoppelt ist? Pink für sonnig und klar, blau für Schnee, Grün für regnerisch und kalt. Beim Drübergehen im Eulenflug fallen im Index Kindl, Kustatscher, Gamper, Seeber, Hornek oder Hora und weitere Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, Landwirt:innen und Bäcker:innen ins Auge. Erschienen ist die 64-seitige Publikation bei Dente De Leone, zu haben direkt bei BAU.

DRINNEN
… in Glender: Ingweckts, Tirgg, Weimer, Brenneisl, Plattler, Meal, Toag, Kearn und Hexn, Leit und Viech, Earte, Epfl, Wurzn …
Im Kalender zu finden sind Rezepte und Formeln, Fotografien und Zeichnungen, Philosophierereien und Phantastereien, ein Jahresplan für den Gemüsegarten, Notizen und Rituale, Sprüche, Übungen, Forsches und Fragen. An die Zukunft und die Gegenwart sowieso. Kochen, Essen, Zusammenkommen ist die Devise. Die Themen legen sich wie eine Landschaft über die Seiten und vertiefen Inhalte und Fragen zu Gemeinschaft, Ökologie, Klima, Natur und Boden.
Gratulation! Massiv.