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October 17, 2014

HomeGrown Reviews: Winter Sleep
(Kış Uykusu)

Renate Mumelter

Titel: Winter Sleep (Kis uykusu)

 Regie: Nuri Bilge Ceylan 

 Worum geht’s? In einer wunderbaren Landschaft mitten in Anatolien, in einem jener kappadokischen Dörfer, in denen die Häuser in den Fels gehauen sind, leben Aydin, seine junge Frau Nihal und seine Schwester Necla. Sie sind wohlhabend. Gleich in der Nähe leben aber auch Menschen, denen es nicht so gut geht. Schicksalsschläge, Politik, Ökonomie sind die Ursachen. Der Winter kommt für alle und Aydins Hotel leert sich.

Umwerfend: ….die Dauer von 196 Minuten 

 Echt schwach: die italienische Synchronfassung

Applaus für… diese ausgekühlte Landschaft, die ausgekühlte Atmosphäre. Unwillkürlich sucht man im Kino ständig nach wärmenden Öfen. Und man sucht nach Vertrauen.  

Absolutes must-see für… Menschen mit Sitzleder, die sich von Dialogen nicht abschrecken lassen. 

Wohlerwogenes Urteil: Ceylans “Once Upon a Time in Anatolia“” der Vorgängerfilm war mit seiner erzählenden Tonspur umwerfend und wie aus einem Guss. “Winter Sleep” hat zwar in Cannes gewonnen, die Einheitlichkeit wurde diesem Film aber vermutlich durch die lieblose italienische Synchronisation (stimmt, Alma!) genommen. Nichtsdestotrotz entwickelt das tiefgründige Philosophieren über die Verteilung von emotionalen und materiellen Gütern im Leben und das Verschmähen derselben seinen Sog. Freundliches Misstrauen nimmt einen mit auf den Weg. Gelächelt wird viel, gelacht wird wenig und wenn, dann verzweifelt. Die Stimmung ist so unterkühlt wie die Landschaft und das Geschehen, das erzählt wird. Homo homini lupus, aber niemand hat es wirklich so gewollt. 

Bis 22.10.2014 im Filmclub Bozen.

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