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May 31, 2013

Silberne Kraxe 2013: ARTbrothers Kraxentrouga vergeben zum 2. Mal den Alternativen Bürgerpreis Südtirol

Kunigunde Weissenegger

Der Rahmen war herrlich (in den edlen Räumlichkeiten der franz-Redaktion in der Rosengartenstraße in Bozen), die Feier war schlicht, die Gäste illuster. Fast genau pünktlich um halb 5 Ortszeit wurden sie beannt gegeben: die Preisträgerin und die Preisträger der Silbernen Kraxe 2013. Zum zweiten Mal hat das Künstlerduo Artbrothers Kraxentrouga heute die alternative Verdienstordensnadelmedaille vergeben. Silbern ist sie, nicht goldig, und das aus gutem Grund: „denn es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch heute nicht,“ so die Kunstbrüder bei der Begrüßung. 

Den Anerkennungspreis vergeben Armin Mutschlechner und Luis Seiwald alle zwei Jahre, in memoriam Georg Engl , an Personen und Initiativen, „die durch ihr Schaffen Botschafterinnen und Botschafter für Südtirol sind und durch ihr Wirken aufzeigen, dass Südtirol weit vielfältiger ist als die plakativen Klischees und altbekannten traditionellen Bilder.“ 

silberne kraxe 2013

Und, Ladies und Gentlemen, die Silberne Kraxe 2013 in Form einer schlichten silbernen Aufsteckplakette haben erhalten:

Antonia Zennaro, 1980 in Reinbek (D),  Fotojournalistin

Aufgewachsen in Vintl und Matura in Brixen. Nach Studium und Aufenthalten in Paris, Barcelona und Rom wohnt sie nun in Hamburg und arbeitet als freischaffende Fotografin. Beendete 2006 ihr Fotografiestudium mit Diplom am “Istituto Superiore di Fotografia” in Rom. 2009 Masterabschluss in Fotojournalismus an der “Danish school of Journalism” in Arhus, Dänemark. Neben Auftragsarbeiten im In- und Ausland arbeitet Zennaro an Langzeitprojekten im Bereich der sozialen Dokumentation. Ein erster Buchdummy zu Antonia Zennaros Arbeit „Reeperbahn“ war bei den Fotobuchtagen 2010 in Hamburg zu sehen, damals noch unter dem Titel „Down there“. Die Fotografin gewann damit den dritten Platz des damaligen getPublished Awards. Manchmal dauert es mit einer Veröffentlichung dann doch etwas länger. Im Februar 2013 ist im Prestel Verlag ihr Buch “Reeperbahn” erschienen. Die Printausgabe des Sterns,vom 4. Mai 2013, beschäftigte sich in  einen Mehrseitigen Artikel mit der Publikation „Reeperbahn“.
Infos unter: www.antoniazennaro.com

Antonia Zennaro  war nicht persönlich anwesend, da sie sich zum Zeitpunkt der Vergabe auf der Rückreise von Lybien befand. Dort war sie in den letzten 4 Wochen unterwegs, und arbeitete an einer Reportage über Vergewaltigungen von Frauen.

Andreas Pichler, 1967 in Bozen,  Regisseur, Autor und Produzent

Er besucht dort die Film-Schule Zelig im ersten Jahrgang ihres bestehen. Danach studiert er Film- und Kulturwissenschaften an der Universitá degli Studi di Bologna und Philosophie an der Freien Universität Berlin, wo er mit dem Magister abschließt . Während des Studiums realisiert er Kurz- und Tanzfilme sowie Videoinstallationen. Seit Ende der 90er Jahre arbeitet er hauptberuflich im Bereich Dokumentarfilm. Viele seiner Filme sind mit Europäischen Partnern koproduziert, sind auf zahlreichen internationalen Festivals zu sehen und gewinnen Preise. Fast alle seine Film-Arbeiten, meist zu gesellschaftlichen, kulturellen oder politischen Themen, laufen in den verschiedensten TV-Sender Europas. Seit 2006 liegt sein Lebens-Mittelpunkt wieder in Südtirol. Dort gründet er in Bozen die Firma MIRAMONTE FILM  sowie 2012 die Firma ECHO FILM, die sich mit Spielfilmen beschäftigt. Andreas Pichler, war über viele Jahre Präsident der FAS, des Filmverbandes Südtirol und engagiert sich als solcher intensiv für den Aufbau des Filmstandortes Südtirol. 
Infos unter:  www.miramontefilm.com/de/team/andreas-pichler/andreas-pichler.html

Das Heimtsendung-Team

Die Heimatsendung ist eine politisch unabhängige Sendung für junge und junggebliebene Südtiroler und Südtirol-Interessierte. Sie bietet Information und Unterhaltung in satirischer Form. Im Fokus steht dabei stets das schöne Land der Berge – Südtirol. Mit dem Bemühen um objektive Berichterstattung versucht die Heimatsendung durch das Aufzeigen von Missständen, Kuriositäten und Ungereimtheiten, die funkelnd polierte Oberfläche der Alpenprovinz zu durchdringen. Die durchaus schweren Inhalte werden jedoch, wo es nur geht,  mit Witz und Comedy aufgelockert. Die Sendung tourt quer durchs Land. Dabei hat jede Episode einen spezifischen geographischen Standort. Das Studio, bestehend aus einem Tisch und zwei Stühlen, wird dort aufgestellt, wo es gerade passt. Mit den geladenen Musikgästen wird heiter musiziert und über die Themen der jeweiligen Episode diskutiert. Die Macher der Heimatsendung sehen ihre Tätigkeit als ehrenamtliche Teamarbeit, getrieben von politisch-sozialem Engagement und kreativem Ausdrucksdrang. Den Kern des  Teams bilden Alexander Pancheri und Matthias Keitsch vor, und Sebastian Longariva und Daniel Gallmetzer hinter der Kamera. Eine klassische Arbeits-/Rollenverteilung gibt es dabei nicht. Die typische musikalische Untermalung entspringt der Feder Willy Theil´s. Design und Animationen trägt Phillip Comarella bei, Hompagegestaltung und –betreuung Yuri Karniovskyi. 
Infos unter: www.heimatsendung.com

Wir gratulieren! Und wie es sich für eine „ordentliche“ Ehrung gehört, wurden auch lobende Erwähnungen preis gegeben: 

Lois Schenk, Welsberg

Lois stellt sich immer so vorgestellt: Llois mit scharfem L und Sextner Sound. Lois hat die politische Wende in der Gemeinde Welsberg eingeläutet mit seiner TrendWende (Taisten-Welsberg), und damit jahrelang einiges bewirkt. Dabei aber immer ehrenamtlich Gewirkt. Er ist auch Namensgeber der Gewerkschaft AGO! ago = agere = autonome Gewerkschafts Organisation. Schenk hat in den 80er Jahren große historische Umzüge organisiert, an die man sich heute noch gerne erinnert. Die Gewänder hat er damals von Innsbruck geholt. Auch als hobby-Astronom hat er Vorträge gehalten und hat so manchen Kometen verfolgt! Mitglied Max Valier. Sein Engagement in der Schule ist beeindruckend und er unterrichtet immer noch, auch wenn er eigentlich schon längst  im Pesion gehen könnte. Besonders nach seiner Beinamputation hat er es nicht leicht und fährt jeden Tag bei jedem Wetter von Welsberg nach Bruneck in die Schule und widmet sich seinen Schülern. Dort organisierte er für seine Schüler u. a. auch Theateraufführung. Inzwischen hat er sich politisch zurückgezogen.

Lois Trebo (*1935), Badia, Lehrer in Ruhestand

Eine engagierte Stimme für die Rechte der kleinsten Minderheit im Land und über die Landesgrenzen hinaus. Einer der wenigen, die mit Zivilcourage seit Jahren eine kritische Stimme erhebt. Er war 1973-1979 Präsident der “Uniun Generela di Ladins dles Dolomites”, 1976-1985 war er Chefredakteur der Zeitschrift “La Usc di Ladins”. Mehrere Jahre war er Vertreter der Ladiner in den Kommissionen für Toponomastik der Provinz und Mitglied im Verwaltungsrat der Museen von Schloss Tirol und Ridnaun. Er ist Mitbegründer des Ladinischen Institutes “Micurà de Rü”. Trebo hat mehrere Bücher über Kultur und Tradition Ladiniens geschrieben (v.a. Val Badia) und hat sich außerdem als Dorfchronist engagiert. Von Beruf Lehrer (in Pension), hat er hunderte von Artikeln für die “Usc di Ladins”geschrieben (ehrenamtlich). Für die vielen Radiosendungen für die Rai Ladina hingegen wurde er bezahlt (wenn auch schlecht, die Rai-Honorare lassen zu wünschen übrig).

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