
FIRRI, © Peter Unterthurner/upstudio.work
Keine Melodie. Kein Solo. Keine Entwicklung. Kein Ego. Kein Konsumhören. Keine Frontperson. Kein Narrativ. Kein Bogen. Kein Höhepunkt. Kein Dazwischen. Keine Stille. Kein Versprechen. Kein Applaus?
Treibend und schiebend, pulsierend und gischtend. In Bewegung. FIRRI meint vorwärts, voran, hinaus, hindurch, los, fort, weg, frei. Lange war der Name offen, die Band konzentrierte sich auf die Musik. Nun steht er, bis auf Weiteres, genau so auf drei 2026-er-Konzert-Plakaten nach zwei Auftritten in Vergangenheit.
Vergleiche mit Water Damage und FRANCE liegen nah und fern – denn nichts ist gehört, was nicht schon gehört ist – und liegen doch nah, denn sie ergeben auch Sinn, in dem Sinn, dass Daniel Mazza nach einem Konzert ersterer Formation in Holland zu diesem musikalischen Projekt inspiriert nach Meran zurückkehrte, sich Mauro Lazzaretto und David Torri, mit denen er bereits das andere Bandprojekt Cyclephante betreibt, dazu holte, worauf Stefano Bernardi folgte, und sie damit zu viert waren (und aber noch zu wenige), und sich deshalb bald weitere Köpfe und Hände hinzu gesellten und mussten und taten … Im Augenblick sind FIRRI jedenfalls Daniel Mazza (bass), Mauro Lazzaretto (drum), David Torri (analogic synth), Stefano Bernardi (cello), Hannes Hölzl (guitar), Eva Lageder (lux synth), Giuseppe Crudele (guitar) und Hannes Ender (drum), ab und zu Marcello Fera (violin) sowie weitere Klangmenschen im Gespräch …

Diese Achterformation hat sich seit ca. einem Jahr auf die Suche nach einem (gemeinsamen) Klangbild gemacht. Es habe seine Zeit gedauert, jedweden Individualismus auszuklammern, Spannung rauszunehmen – kursiv oder in Anführungszeichen, denn das ist der Punkt, an dem das eine Extrem ins andere hüpfen oder kippen oder schwanken kann, zwischen Minimalismus und Maximalismus, zwischen meditative trance und hardrock metal. drone fällt als Stichwort … Im Zweifel Schublade auf: hypnotic noise rock – trifft es aber auch nicht ganz ... It’s the art of minimal transition – vielleicht eher. Und im Prozess sind sie immer noch. Neben dem musikalischen sei auch der gedankliche Austausch untereinander wichtig.
Die Zutaten sind scheinen einfach: Es gibt einen Bass und ein Schlagzeug, die nicht variieren. Alle anderen hängen sich ein. Vorgegeben sind Tonlage und Loop. Und es ist laut. Körperlich laut. Und auch physisch anstrengend ist diese Art des Spiels. Es gilt ein Muster zu stemmen wie ein schweres Gewicht, eine Ausdauer zu üben wie bei einer Ozeandurschwimmung, ein Tempo zu halten wie bei einem Langstreckenlauf. Mindestens zehn Minuten nichts zu ändern, ist die Herausforderung. – Alpha und Beta dauern je um die zwanzig Minuten – aber Zeit ist, wie gedacht, Nebensache. Halten und aushalten, bleiben und gleich bleiben, verharren und beharren, Persistenz und Konstanz.

… und dann kann es passieren, dass im Zweitakt-Loop ein kleiner Raum aufgeht und winzigste Verschiebungen auffallen. Und wirken. Wie ein Ozean mit massiver Oberflächenspannung …
Gegen Reizüberflutung. Gegen Oberflächlichkeit. Gegen Flachheit. Gegen Achtlosigkeit. Gegen Hetze. Gegen Eile. Gegen Lärm. Gegen Zuviel, Zulaut, Zuschnell.
Es gehe um ein Live-Erlebnis, meinen Daniel und Hannes im Gespräch, bei dem die Musik von FIRRI immersiv ins Publikum fließen könne würde möchte ... Chancen, die Formation live zu erleben, gibt’s demnächst: kommenden Freitag, 12. Juni 2026, um 21:00 in der Kapelle beim Hospiz (das nach einer Pause letztes Jahr endlich wieder stattfindet) im Klösterle St. Florian bei Neumarkt, am 19. Juni um 19:00 beim Foehrentanz in Barbian, am 29. Juli um 20:00 beim Mavai Musica auf der Terasse des Meteo in Meran.