Contemporary Culture in the Alps
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Visual Arts,Music

Zwischen Kunst, Klang und inneren Bildern

Magdalena Penn im Interview über ihre anstehende Ausstellung „Traumtrümmer“ und ihre Arbeit

25.03.2026
Kunigunde Weissenegger
Zwischen Kunst, Klang und inneren Bildern

Magdalena Penn, © Magdalena Penn

Magdalena Penn, © Magdalena Penn

Eingeklemmt zwischen Eisack, Radlweg, Staatsstraße, Autobahn und steilen Hängen zu beiden Seiten, an den Ausläufern des Loidner Rieds befindet sich die Privatgalerie und das Atelier von Magdalena Penn. Schon Lajen und nicht mehr Waidbruck, wohlgemerkt, weil endern Boch, genauer gesagt: Bahnhofstraße 2a, Lajen/Unterried, damit es auch gefunden wird. Von hier kommst du nach Gröden, Lajen und Kastelruth, Keller gibt’s in der Gegend auch so einige, Kastanien sowieso. Über allem wacht die Trostburg mit ihrer legendären Burgherrin.

In dieser Idylle also ist Magdalena Penn aka Donna Pate beheimatet und widmet sich seit 2018 als freiberufliche Künstlerin und Autodidaktin der Acrylmalerei, Musik- und Videoproduktion. Ausdrucksstark, abstrakt und experimentell sind die Adjektive, die sich durch ihre bildend künstlerische, filmische und musikalische Laufbahn ziehen. Aktivistisch zeichnet sie für etliche Einzelausstellungen und Performances verantwortlich.

© Magdalena Penn

Die nächste Ausstellung eröffnet Magdalena Penn am 28. März 2026 um 18:00 gemeinsam mit Kurt Mayrgündter, der damit erstmals als bildender Künstler an die Öffentlichkeit tritt, sowie einem elektronischen Live-Set und einer Performance von S[h]ook Yong, bei der Butoh-Tanz auf experimentelle, elektronische Live-Musik trifft und einen Raum schafft, in dem die Körperlichkeit der Bewegung und die rituelle Langsamkeit mit den immersiven Klanglandschaften in Dialog treten. Traumtrümmer ist dann täglich von 30.3. bis 11.4.2026 von 15:00 bis 18:00 geöffnet.

„TRAUMTRÜMMER vereint Malerei und Skulptur, die sich mit Fragmentierung, Erinnerung und dem brüchigen Charakter von Wirklichkeit auseinandersetzen. Penns Malerei öffnet Zwischenräume des Bewusstseins, Mayrgündters Betonarbeiten wirken wie Artefakte einer fernen, fast vergessenen Welt. Gemeinsam entstehen neue Ordnungen aus Fragmenten – ein Spannungsfeld zwischen Traum und Trümmern, Innen- und Außenwelt.“ – verspricht die Einladungskarte. Von Magdalena Penn haben wir uns ein wenig mehr erzählen lassen.

Welche Motive fließen in deine Malerei?
In meiner Malerei stehen vor allem Gesichter im Mittelpunkt, die bewusst verschwommen oder fragmentiert dargestellt sind. Mich interessiert dabei weniger das konkrete Porträt als vielmehr die Stimmung und die emotionale Wirkung eines Gesichts. Durch die Verbindung von figurativen Elementen mit abstrakten Formen und Strukturen entsteht ein Spannungsfeld zwischen Erkennbarkeit und Auflösung. Meine Arbeiten beschäftigen sich damit, wie Identität, Erinnerung und Emotionen im Bild erscheinen und gleichzeitig wieder verschwimmen können.

© Magdalena Penn

Was beschäftigt dich?
Mich beschäftigt vor allem die Frage nach Identität und Wahrnehmung. In meinen Bildern erscheinen Gesichter oft verschwommen oder teilweise aufgelöst, weil ich zeigen möchte, wie flüchtig Eindrücke und Erinnerungen sein können. Mich interessiert der Moment zwischen Erkennen und Verfremdung – wenn ein Gesicht noch präsent ist, aber gleichzeitig im Abstrakten verschwindet. 

Du arbeitest auch mit Musik, wie berühren sich die beiden Künste?
Für mich berühren sich Musik und Malerei im Ausdruck von Stimmung und Atmosphäre. Musik kann Emotionen und Spannungen erzeugen, die ich in meinen Bildern durch Farbe, Struktur und Bewegung sichtbar mache. Beide Künste arbeiten auf unterschiedliche Weise mit ähnlichen Empfindungen.

© Kurt Mayrgündter

Deine nächste Ausstellung findet gemeinsam mit Kurt Mayrgündter statt. Wie kam's dazu?
Die Zusammenarbeit entstand eher spontan: Kurt Mayrgündter kam letztes Jahr in meinem Atelier und meiner privaten Galerie in Waidbruck vorbei. Wir haben uns über unsere aktuellen Projekte und Arbeitsweisen ausgetauscht und dabei entstand schnell die Idee, gemeinsam ein Kunstprojekt umzusetzen. Auf meine Arbeit aufmerksam geworden ist er ursprünglich über Instagram.

Der Titel eurer Ausstellung ist „Traum Trümmer“: Warum? 
Der Titel Traumtrümmer entstand im Austausch mit Nora Freier und Kurt Mayrgündter im Rahmen ihres Projekts S[h]ook Yong: Beim gemeinsamen Betrachten unserer Arbeiten wurde deutlich, dass sich in beiden Positionen zentrale Themen wie Fragmentierung, Erinnerung und der brüchige Charakter von Wirklichkeit widerspiegeln. In meinen Gemälden zeigen sich schemenhafte Figuren zwischen Figuration und Abstraktion, während Kurt Mayrgündters Skulpturen wie archaische Relikte von Zeit und Erosion erzählen. Der Titel greift diese Parallelen auf und umfasst das Spannungsfeld.

© S[h]ook Yong
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Tags

S[H]OOK YONG, Donna Pate, Magdalena Penn , Traumtrümmer, Kurt Mayrgündter, lajen
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