GAHDE-Gründerin Sophie Marschall Carreras im Interview

Kollektion GAHDE, © Heli Rosmae
Kollektion GAHDE, © Heli Rosmae
Die Boznerin Sophie Marschall Carreras hat mit 31 Jahren ihr eigenes Modeunternehmen gegründet. GAHDE steht für Pyjamas aus hochwertiger Baumwolle mit ausdrucksstarken Prints, die nicht nur zum Schlafen, sondern auch im Alltag getragen werden dürfen. Ihren Weg in die Welt der Mode fand Sophie über ihre Eltern, die seit vielen Jahren die Boutique Victorienne am Obstmarkt in Bozen führen. Nach Jahren im Ausland ist sie vor kurzem selbst in das Familiengeschäft eingestiegen. Meine Fragen erreichen Sophie in Paris, wo sie gerade an den Order-Terminen der neuen Pre-Winterkollektion teilnimmt. Im Interview gibt sie Einblicke in die Idee hinter GAHDE, ihre kreative Arbeitsweise und die Bedeutung von Dreamwear.
Wer bist du? Wer steht hinter GAHDE?
Ich bin Sophie, Gründerin von GAHDE. Ich habe in München und Madrid Management studiert und war knapp zehn Jahre aus Bozen weg. Seit zweieinhalb Jahren bin ich wieder zurück. Hinter der Marke stehe in erster Linie ich selbst mit meiner Liebe zu Ästhetik, Reisen und schönen Alltagsmomenten. Gleichzeitig ist GAHDE auch das Ergebnis vieler Begegnungen, Orte und Gespräche, die mich geprägt haben.
Was bedeutet der Name GAHDE?
GAHDE ist kein klassisches Wort mit fixer Bedeutung. Für mich ist GAHDE ein paralleles, buntes, glückliches Universum für Tagträumer:innen. Der Name lässt bewusst Raum für Interpretation, neulich hat es jemand als Klang definiert – weich, ruhig, ein bisschen geheimnisvoll. Am Ende genau wie das Tagträumen auch.
Wann und wie ist die Idee entstanden, GAHDE zu gründen? Was war deine Motivation? Und warum Dreamwear?
Die Idee zu GAHDE ist eher zufällig entstanden – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Während einer Reise bin ich bei einem kleinen Familienunternehmen in Indien gelandet, das seit Generationen mit Textilien arbeitet. Diese Begegnung war ausschlaggebend. Gleichzeitig habe ich selbst gemerkt, wie sehr ich Pyjamas liebe, mich aber immer schwer damit getan habe, die richtigen zu finden – bequem, hochwertig und trotzdem besonders. So entstand die Idee, Dreamwear zu entwerfen: Pyjamas, die nicht nur zum Schlafen da sind, sondern ein Gefühl von Geborgenheit, Farbe und Persönlichkeit vermitteln.



Wo produzierst du deine Mode? Welche Materialien verwendest du?
GAHDE wird aus Baumwolle gefertigt und in Indien produziert. Dort gibt es eine lange Tradition in der Textilherstellung und im Umgang mit Farben und Prints. Baumwolle ist für mich das ideale Material: natürlich, angenehm auf der Haut und perfekt für Dreamwear.
Was schätzt du an der Modewelt? Und was würdest du gerne verändern?
Ich liebe die kreative Kraft der Mode – wie sie Stimmungen einfängt und Geschichten erzählt. Gleichzeitig wünsche ich mir mehr Entschleunigung und mehr Wertschätzung.
Wann erscheint deine nächste Kollektion?
Die nächste Kollektion erscheint in Kürze. Es gibt bereits eine kleine Schmuckschatulle aus gelbem Baumwollsamt mit einer Bienen-Stickerei, eine kleine Box für alle Träumereien, die man angesammelt hat. An weiteren Produktkategorien arbeite ich bereits, jedoch ist das noch Top Secret.


Empfindest du Südtirol als einen schwierigen Markt?
Nein, im Gegenteil: GAHDE wurde von unseren Kundinnen sehr gut angenommen. Viele kommen wieder – sei es, um einen weiteren Print zu entdecken oder um GAHDE zu verschenken. Das freut mich natürlich besonders und bestätigt, dass die Marke emotional berührt und im Alltag einen Platz findet.
Wo kann man GAHDE kaufen?
GAHDE ist online, bei Victorienne am Bozner Obstmarkt sowie in ausgewählten Hotels und bei Monocle in Meran erhältlich.
Wenn du GAHDE in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Farbenfroh. Frei. Traumhaft.
