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September 10, 2023

Wenn die Kunst in der Stadt …

Kunigunde Weissenegger

Mureda. So ragt es aus der Mauer, so heißt auch der Ideengeber dieser Kunstausstellung in Brixen. Brrrrrixen. Bischofsstadt. Nah am Wasser gelegen. (Aber vielleicht ist Stufels gar nicht Brixen?) Dem Wasser und der Bischofsstadt jedenfalls wollen einige Künstler*innen mit ihren Kunstwerken auch nicht entkommen. Von Engeln wimmelt es nahezu in der Schutzengelgasse: Dort stehen, nein schweben Leander Piazzas „Schutzengel“ unter Plexiglas – so als müssten auf einmal wir die Engel schützen … Wasserbrunnen steht dort auch einer bzw. jetzt ja zwei, der neue-alte „dort, wo schon einmal einer gestanden hat“: Manfred Mureda hat seinen Spritzbuben dort aufgestellt. Auf demselben Platz säumen der „Frauenkopf“ von Sergio Sommavilla und die Skizzen dazu den Eingang zu einer Galerie mit weiteren Arbeiten von Egon Moroder Rusina, Gregor Prugger sowie Laurenz Stockner. 

Rahmen und Sockel bietet die Stadt mit Gesimsen, Gepflaster und Gekabel. Vor allem Skulptur ist die Disziplin, die gespielt wird, aber auch Malerei. Glas setzen im wahrsten Sinn des Wortes Anna Maria Mayr und Margit Pittschieler in diesen verwinkelten Ort ein. Die weiteren im Viertel verstreuten Arbeiten sind von Markus Gasser, Arnold Holzknecht, Peter Kaser, Harald Kastlunger, Tibor Kulcsar, Hartwig Thaler, Martina Thaler & Christa Plössnig. Viele haben ihre Werkstätten und Ateliers hier.Impact Vernissage Brixen (c) Jose Ramon Gorret Impact Vernissage Brixen (c) Jose Ramon Gorret 8W8A3490Impact Vernissage Brixen (c) Jose Ramon Gorret 8W8A3493Und sie kriecht von luftiger Höhe über die Mauern auf das Pflaster … Was bewegt einen immer wieder Ausstellungen zu erfinden? Wahrscheinlich ist es eine Art Tradition – wenn mensch sich das Curriculum von Manfred Mureda ansieht. Er möchte einen impatto bei den Menschen bewirken. So denn der Titel der Ausstellung „Impact“, die der Circolo Artistico die ersten zehn Oktobertage organisiert. Sie soll Anstoß geben, sowohl bei den mitwirkenden Künstler*innen („… ah, schau, diese Architektur inspiriert mich, da könnte ich meine Arbeit positionieren und mit der Umgebung kombinieren …“), als auch beim Publikum, das durch die Stufler Gassen flanierend auf Unvorhersehbares stößt. Sie prallt auf neugierige Geister schlägt in Köpfe ein, stupst Ideen an. Das kann jede Stadt und Bevölkerung gut gebrauchen …

Zeitreisen-PS: „Impact“ war von 1984 bis 1989 auch ein in der Brixner Gegend unregelmäßig erscheinendes Periodikum zu den Themen Kultur, Politik und Umwelt, bei dem Manfred Mureda maßgeblich mitwirkte.

Fotos: (1) (c) franzmagazine; (2–4) (c) Jose Ramon Gorret 

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