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April 28, 2014

Climb, women, climb! Angelika Rainer

Kunigunde Weissenegger

Die Meranerin Angelika Rainer ist eine der besten Eisklettererinnen weltweit: 2013 hat sie in Korea den Weltmeistertitel im Eisklettern errungen, 2012 den Gesamtweltcupsieg im Eisklettern, 2011 den Weltmeistertitel im Eisklettern in Busteni in Rumänien und 2009 in Saas Fee in der Schweiz. Ihr Name wird neben den anderen großen Alpinistinnen genannt, wie Marianne Chapuisat, Vitty Frismon, Luisa Iovane, Maryna Kopteva, Oh Eun Sun oder JunkoTabei. Und genau mit diesen sechs und Reinhold Messner wird sie am Freitag, 2. Mai um 21 Uhr auf der Bühne des Trento Film Festival im Auditorium Santa Chiara Platz nehmen und über Alpinismus, Berg und Klettern sprechen. Wir haben der extremen Aufsteigerin vorab ein paar Fragen gestellt. 

Angelika, in welcher Wand hingst du denn als letztes? – Von wo haben wir dich gerade runtergeholt?

Meine letzte Reise führte mich nach Kanada, wo ich an den Helmcken Falls, einem einzigartigen Ort eisgeklettert bin. Momentan hingegen konzentriere ich mich hingegen wieder mehr auf das Sportklettern und bin auch häufig in der Kletterhalle anzutreffen, da ich im Frühling immer dort die Form für den Sommer aufbaue. 

Welches Instrument ist das wichtigste am Fels oder Eis? (gute Schuhe, gute Pickel, gute Nerven oder…?)

Natürlich braucht man in Fels und Eis gutes Material, dies sind vor allem präzise Kletterschuhe und Eispickel. Beim Eisklettern darf man sich nicht vor der großen Kälte fürchten und beim Klettern im allgemeinen muss man auch manchmal seine Ängste überwinden.Angelika Rainer - Helmcken Falls Photo Klaus dell'OrtoAngelika Rainer @ Helmcken Falls (Photo Klaus dell’Orto)

Was war dein größter Erfolg in deiner bisherigen Kletterkarriere?

Im Wettkampf waren meine drei Weltmeistertitel sicherlich große Meilensteine für mich selbst, am Fels konnte ich eine Route im Grad 8b+ klettern und die bekannte Alpinroute “Italia 61″ als erste Frau begehen.

Welches Ziel strebst du als nächstes an?

Ich möchte meine Aktivitäten in Zukunft noch mehr von den Wettkämpfen ins Freie verlagern und habe einige Projekte in den verschiedenen Disziplinen des Eiskletterns, Sport- und Alpinkletterns. 

Wie stehst du zu anderen Klettererinnen und Kletterern: Gibt es Vorbilder? Überwiegt die Konkurrenz?

Für mich war in den ersten Jahren, als ich mit dem Klettern begonnen hatte, die Amerikanerin Lynn Hill ein Vorbild, sie hatte im Yosemite Valley eine Route geklettert, die noch keinem Mann gelungen war. Ich kenne viele starke Kletterer und fühle eigentlich keine Konkurrenz, jeder verfolgt seine Projekte und Ziele. Im Wettkampf findet natürlich Konkurrenz statt, aber mit vielen Athletinnen bin ich befreundet. 

Welche Unterschiede gibt es zwischen Alpinisten und Alpinistinnen? Oder eh keine…?!

Im Klettern haben die Männer den Vorteil mehr Muskelmasse und so mehr Kraft zu besitzen; dies wird von den Frauen durch eine gute Technik und Gelenkigkeit ausgeglichen. Im Allgemeinen klettern immer noch mehr Männer als Frauen, es begeistern sich aber immer mehr Frauen für diesen Sport. Das Niveau der Frauen liegt beim Sportklettern unter dem der Männer, in der Disziplin des Mixedkletterns hingegen konnten die schwierigsten Routen auch von Frauen geklettert werden.Angelika Rainer - Cineplex cave Canada_photo Marco ServalliAngelika Rainer @ Cineplex cave Canada (Photo Marco Servalli)

Was erwartest du dir vom alpinen Abend während des Trento Film Festival? – Neben dir sind die anderen großen Namen auf der Bühne Marianne Chapuisat, Vitty Frismon, Luisa Iovane, Maryna Kopteva, Oh Eun Sun, JunkoTabei. Kennst du sie? Wie steht ihr zueinander?

Es ist eine große Ehre für mich mit diesen weltbekannten Alpinistinnen auf der Bühne zu sein. Ich kenne nur Luisa Iovane  persönlich, mit ihr habe ich jahrelang im Italien-Cup geklettert und sie war für mich gleichzeitig Vorbild und Konkurrentin. Die anderen Frauen kenne ich noch nicht persönlich und dies ist eine tolle Gelegenheit dafür. Ich erwarte mir ein interessantes Gespräch mit Alpinistinnen verschiedener Generationen und Kulturen.

Was ist dein Programm für den kommenden Sommer?

Im Sommer bin ich beim Sport-und Alpinklettern aktiv und habe schon einige  Routen im Kopf, die ich gern angehen möchte. Außerdem stehen für mich im Sommer auch immer meine einzigen 3 Wochen Ruhepause vom Klettern an, die ich hoffentlich im Schwimmbad oder am Meer genießen werde.

Angelika Rainer könnt ihr am 2. Mai um 21 Uhr im Rahmen des Trento Film Festivals zusammen mit Marianne Chapuisat, Vitty Frismon, Luisa Iovane, Maryna Kopteva, Oh Eun Sun, JunkoTabei, Krzysztof Wielicki, Virna Pierobon und Reinhold Messner im Auditorium Santa Chiara (Via Santa Croce, 67) in Trient erleben.

Das gesamte Programm des Trento Film Festivals findet ihr hier

Foto ganz oben: Angelika Rainer @ Weltmeisterschaft Korea 2013 (Photo Alexey Dengin)

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