Slopestyle, Rai Südtirol, Njet – wir bei den 22. Olympischen Winterspielen in Sochi

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Heute, 7.2.2014 Punkt 20.14 Uhr Ortszeit – bei uns entspricht das 17.14 Uhr – geht’s also los: Die 22. Olympischen Winterspiele werden eröffnet, Anna wird lauthals singen und Armin mit kräftigem Arm die Fahne schwingen – 5 Mal war er schon bei Olympia und hat jedes Mal eine Medaille nach Hause getragen. Insgesamt starten in Sochi 2.900 Athletinnen und Athleten, aus Südtirol sind es 46. Eigentlich müsste mensch sie alle fragen, ob sie schon Kindersoldaten erblickt oder einer Diskriminierung beigewohnt haben… Vielleicht lesen wir davon ja noch in den kommenden Tagen etwas im Tagebuch von Markus Kaserer auf  suedtirolympia.com (irgendwie funktioniert die Seite nur auf Deutsch…?!). – Ja, Südtirol hat in Sochi nicht nur gebaut, sondern ist auch live dabei, um uns sekündlich über Website, Twitter, Facebook, Youtube mit Videos, Audio-Podcasts, Texten und Bildern auf dem Laufenden zu halten. Bevor das Redaktionsteam im Auftrag von Rai Südtirol und VSS vor drei Tagen gestartet ist, habe ich Rai-Südtirol-Redakteur Markus Kaserer, erreicht und ihm ein paar Fragen gestellt. Der bereits von klein auf sportbegeisterte 40jährige wird gemeinsam mit Journalist Jimmy Nussbaumer und Kameramann Georg Jocher bis 25. Februar aus Sochi berichten. Markus Kaserer ist seit 1993 Sportjournalist und war schon 2012 in London Olympia-Berichterstatter – damals noch für den Rai Sender Bozen. Markus Kaserer + Georg Jocher - suedtirolympia - rai suedtirolReporter Markus Kaserer und Georg Jocher auf dem Weg zum Rodel-Training in Sochi (Foto: Jimmy Nussbaumer) 

Auf meine Frage, ob sie bereits einige Südtiroler Athletinnen und Athleten getroffen hätten, meinte Markus Kaserer: “Puh, darüber könnte ich einen Roman schreiben. Es sind ja 46. Wir stehen nicht täglich mit allen in Kontakt, aber doch regelmäßig. Vor unserer Abreise war ich beispielsweise bei einem Drehtermin für ein Olympia-Portrait im Snowpark auf der Seiser Alm. Es ging um die beiden Südtiroler Slopestyler Markus Eder und Silvia Bertagna. Sie vertreten Italien in dieser völlig neuen Disziplin. Sie waren zunächst einmal verschnupft, weil sie in die engen Outfits des italienischen Verbandes gezwängt wurden, obwohl man beim Slopestyle meistens mit weiten Hosen und bunter Kleidung fährt. Typisch Freestyle eben. Diese Freigeister werden da regelrecht ins olympische Korsett gezwängt. Aber was tut man nicht alles, um bei Olympia dabei zu sein!” Zu den Themen Kritik und Boykottaufrufe der letzten Wochen meint der Sportjournalist, könne er mehr sagen, wenn er in Sochi sei – in seinem Tagebuch, wie gesagt, könnt ihr schon die ersten Einträge zu Anreiseumwegen, Kontrollen, russischer Bürokratie, freundlichen freiwilligen HelferInnen und Njets nachlesen… Und er fügt hinzu: “In Europa sieht man derzeit haufenweise kritische Reportagen über Sochi. Ich denke, die Vergabe von Sport-Großveranstaltungen wird immer mehr zu einem Politikum. Das finde ich nicht gut. Ich möchte mir aber zuerst einmal vor Ort ein Bild machen.”  

Wenn ihr heute übrigens keine Lust auf Sochi und Olympia-Eröffnungs-Klimbim habt, dann rate ich alternativ zur Benefiz-Kabarettlesung “Sotschi ist mir Wurschti” mit Markus Koschuh um 18 Uhr im Haus der Begegnung in Innsbruck. Der Reinerlös geht an zwei Bürgerkriegs-Flüchtlingsfamilien aus Syrien.

Foto oben: suedtirolympia.com

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