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September 27, 2013

START IV. Simon Rauter: “ich bin ein chaotischer Perfektionist”

Franz
Die diesjährige vierte Ausgabe von START IV des Südtiroler Künstlerbundes präsentiert sechs junge Künstlerinnen und Künstler: Johannes Bosisio, Jasmine Deporta, Julia Frank, Judith Neunhaeuserer, Simon Rauter und Ursula Tavella. Alle Sechs werden wir euch hier auf franzmagazine in den kommenden Wochen, vor der Ausstellungseröffnung am 4. Oktober, vorstellen.

Wer bist du? Stell dich bitte vor.

Mein Name ist Simon Rauter. 32. DI Bauingenieur. Seit 2010 beschäftige ich mich intensiv mit Kunst. Ich mache eine Ausbildung zum Bildhauer in Elbigenalp und habe in den letzten 3 Jahren Kurse der Internationalen Sommerakademie Salzburg besucht. Ich selbst würde mich als einen chaotischer Perfektionisten bezeichnen.

Wie bist du zur Kunst gekommen? Wer hat dich beeinflusst?

Sieht man sich meinen Lebenslauf an: sehr spät und über Umwege. Diese Umwege waren aber notwendig für mein jetziges künstlerisches Arbeiten. Die ersten künstlerischen Schritte habe ich während meines Erasmus-Aufenthaltes in Lissabon – Aktzeichenkurs an der Faculdade de Belas-Artes – gewagt, und gemerkt, dass etwas Talent da ist, aber vor allem hat es meine Leidenschaft für die Kunst geweckt, eine Leidenschaft, die gleichzeitig Quelle meines kreativen Schaffens ist.

Hast du Vorbilder, an denen du dich orientierst?

Mir gefällt die Formensprache, der Strich Rodins, Schieles und Egger-Lienz‘. Wie diese versuche ich in meinen Werken durch eine starke Ausdruckskraft Gefühle spürbar zu machen. Ein Vorbild in der Lebensweise ist für mich das Bild, das Marc Aurel von sich gezeichnet hat. Es war auch Inspiration für die bei START gezeigte Serie “Selbstbetrachtung!” – Terracotta-Köpfe von Politikern mit zweifelhafter Selbsteinschätzung.

Welche/r Künstler/in oder Kulturveranstaltung haben dich sehr beeindruckt?

Es gibt viele Künstler, international und aus Südtirol, die ich bewundere. Das letzte Mal Gänsehaut hatte ich während der Aufführung von Giuseppe Verdis Nabucco bei den Salzburger Festspielen.

Lebst du im Ausland? Wie oft und wie gern kommst du nach Südtirol zurück? Ist das notwendig?

Momentan bin ich ein „Alpenvagabund“. Mein Leben ist wochenweise strukturiert: Ausbildung im Lechtal, Ingenieurbüro in Brixen, Sommerakademie in Salzburg, Steinbildhauersymposium in Vorarlberg, Schneeskulptur in Schladming usw. Erst im Ausland (Österreich und Portugal) habe ich meine Heimat richtig kennen und lieben gelernt. Ich habe den Eindruck, dass durch meinen Blick aus der Ferne meine Nähe zu Südtirol entstanden ist. Ich verlasse Südtirol gern und komme aber auch gern nach Südtirol zurück.Simon Rauter START IVWie wichtig ist es für dich im Augenblick im Ausland zu leben?

Ein ganz anderes künstlerisches Umfeld erweitert den Horizont, bietet neue Herausforderungen und Sichtweisen. Es schärft den Blick auf die Heimat und deren Kunstszene. So ist der Schritt ins Ausland wohl notwendig für eine weitere künstlerische Entwicklung. Es ist jedes Mal gut, zu erfahren, dass ich egal, wo immer ich auch bin, unter welchen Umständen auch immer, ich die Möglichkeit und Fähigkeit entwickelt habe, meine Ideen in Arbeiten umzusetzen. Gleichzeitig lerne ich auf den Symposien auch immer wieder neue Kollegen kennen, was für mich sehr inspirierend ist ebenso wie das Kennenlernen anderer Kunstverständnisse und -begriffe.

Was erwartest du dir von START?

Es ist mein erster Auftritt in der Kunstwelt. Vielen Dank dem Südtiroler Künstlerbund und an Lisa Trockner. 

Was bedeutet dir die Vernetzung unter KünstlerInnen in Südtirol? Kennst du die anderen fünf?

Ich bin erst jetzt mit START am Start mich zu vernetzen. Ich freue mich auf’s Kennenlernen und den Austausch mit den anderen fünf.

Mit welchem Medium arbeitest du? Denkst du, dass du dabei bleiben wirst?

Als Bildhauer arbeite ich mit den klassischen Materialien Holz, Stein, Ton, und ich zeichne auch viel. Ich bin am Start meiner künstlerischen Entwicklung. Ich kann mir gut vorstellen, immer wieder auch andere Medien auszuprobieren, wie letztens in Salzburg Malerei oder Tanzperformance.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Ein kleines Stück weiter in meiner Entwicklung. Konkrete Pläne gibt es noch nicht mal für ein Jahr.

Simon Rauter, geboren 1981, aufgewachsen in Feldthurns. Nach dem Abschluss seines Bauingenieur Studiums an der TU Graz, einem Aufenthalt in Lissabon und einigen Berufserfahrungen, hat Simon entschieden sich voll und ganz seiner Passion, der Kunst, der Bildhauerei zu widmen.

www.kuenstlerbund.org

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