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July 17, 2013

Kein Ende in Sicht für Prawneg&Wolf, Artspace in Bruneck

Kunigunde Weissenegger
Place and time to be: Freitag, 19. Juli 2013, H 19 Uhr, Romstraße 1 in Bruneck

Prawneg&Wolf ist der sehr kuriose Name einer jungen Galerie in Bruneck, initiiert vom internationalen Künstlerkollektiv wupwup, offline zu finden in der Romstraße 1, online auf prawnegandwolf.com – in Eigendefinition ein zeitgenössischer Artspace für regionale, nationale und internationale Kunst, mit dem Ziel eines modernen Mäzenatentums. Aktiv ist sie seit Ende Januar 2013. Kommenden Freitag, 19. Juli 2013 öffnet um 19 H die sechste Ausstellung: slctdby ist die große, internationale Sommer- und Gruppenausstellung mit einem besonderen Konzept. Doch lassen wir zwei von den Initiatoren der Ausstellung, Viktor Matic und Batholomäus Traubeck, sprechen.

Zunächst: Prawneg&Wolf – woher dieser Name?

Der Name kommt von der Galerie-Initiatorin Nadia Kammerer und steht einerseits für eine alte Bezeichnung für Bruneck und andererseits mit dem Wolf für das zunächst “abschreckende“ oder ”fremde” in der Kunst.

Wer und/oder was steckt dahinter?

Dahinter steckt das seit fünf Jahren aktive, Südtiroler und internationale Künstlerkollektiv wupwup. Mit diesem Ort der Begegnung haben wir zum ersten mal einen fixen Raum, den wir kontinuierlich bespielen möchten.

Ihr versucht ein neuartiges Galeriekonzept zu profilieren. Warum? Was bemängelt ihr an der bisherigen Szene in Südtirol und außerhalb? 

In Südtirol ist leider einiges fest gefahren oder zum Teil auf alten Schienen aufgebaut. Wir möchten unsere eigene Definition eines zeitgemäßen Austausches mit Kunst finden der für unseren Kontext funktioniert. Sowohl die Besucher, die Teilnehmer, als auch wir selbst sollen mit jeder Aktion neu überrascht werden.

Was war der Anstoss für “slctdby”? Wie wichtig sind dabei die Orte, die ihr sehr betont (Südtirol, Wien, Berlin)?

Der Anstoß ist tatsächlich unsere bisherigen Tätigkeiten und Bekanntschaften aus diesen Orten zu bündeln und gleichzeitig ein neues Ganzes zu kreieren. Wir hinterfragen mit dieser Ausstellung nicht nur den Netzwerkgedanken, sondern möchten in der Gegenüberstellung zwischen Kurator und Werk neue Perspektiven öffnen.

3 Initiatoren (Thomas Mader, Viktor Matic, Bartholomäus Traubeck) –> 9 KuratorInnen (Ulrike Bernard, Michael Hackl, Konsul Gnadenwalze, Korinna Lindinger, Sarah Rosengarten, Barbara Schiltenwolf, Leander Schwazer, Carlo Speranza, Danae Valenza) –> 9 künstlerische Arbeiten oder kulturelle Fragmente (von Faxen, Bianca Hester, Susan Jacobs, Philipp Lammer, Jenny Rosemarie Mannhardt, Francois Morellet, Anton Peitersen, Patrick Topitschnig, Peter Wolff, Wolfgang Zingerle) – warum dieser aufwendige Weg?

Bei uns passiert Vieles im Austausch untereinander. Jedes Projekt, jede Arbeit fußt auf Interaktionen und Austausch mit verschiedenen Orten und ihren Akteuren. Wir wollten versuchen, dies für unsere neue Ausstellung und auch das zeitgleiche Online-Projekt slctdby.com als Maxime und neue Herausforderung zu sehen. Gleichzeitig ist es für uns wichtig Perspektiven zu wechseln, um neue Denkprozesse anzuregen. Durch unsere ganz konkrete Loslösung von den gezeigten Arbeiten mit der gleichzeitigen Einforderung von Sichtweisen der Menschen, die uns interessieren, hoffen wir einen Weg zu ganz neuen Zugängen zu finden.

Ich bitte um jeweils maximal 3 Wörter zu jedem der drei Initiatoren von slctdby: Viktor Matic aus Südtirol, Thomas Mader aus Berlin, Bartholomäus Traubeck aus Wien.

Viktor nimmt sich nicht ernst. Bartholomäus nimmt Viktor nicht ernst. Thomas nimmt beide nicht ernst.

Und nun knapp jeweils in einem Wort der Grund für die Wahl der KuratorInnen: Ulrike Bernard, Leander Schwazer, Carlo Speranza, Sarah Rosengarten, Barbara Schiltenwolf, Danae Valencia, Michael Hackl, Korinna Lindinger, Konsul Gnadenwalze.

Wir haben lange über diese Frage nachgedacht und können die Gründe nicht in einem einfachen Wort zusammenfassen. Wir haben zu allen gewählten KuratorInnen eine persönliche Verbindung, sei es durch Freundschaft, gemeinsame Arbeit oder oft auch beides. Was alle definitiv vereint, ist unser Interesse daran, ihre persönlichen Sichtweisen auf verschiedenste Thematiken zu ergründen.

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Comments

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There are 3 comments for this article.
  • Bernhard Brugger · 

    Bernhard Brugger
    18. Juli 2013 um 20:21
    Wolf steht für Wald -§ aus dem sich der Beute nähernd -auf leisen Sohlen_§ auch Kunst sollte sich nähern-auf leisen Sohlen die kariertheit als Beute_in den fängen-das Geld für das reißen des Menschen-sich als Beutewolf_entpuppend- der mit seinen Zähnen die Beute erwürgt reißt._die Beute im geistigen Rachen des besitzens von gehorteten summen_die nach des Wolfes Reißens-Hunger vorteuschen aber maßlosigkeit_sich dahinter verbirgt-das sind die fletschenden Zähne des wolfes Mensch_der Mensch erweist sich als schlechter wolf-er reißt nach einem nicht zu_stillenden Hunger aufgeblasenen Besitzes.–reißt menschlichkeit nieder_die verkommt als nur reißendes Tier._
    gruß Bernhard

  • Bernhard Brugger · 

    Mein Neujahrs Gruß

    Ein unbekannter Hauch
    über weißen Blättern
    die warten beschrieben zu werden
    wer sie schreibt
    wie sie beschrieben werden
    warum die Wortefolge so steht
    wieso muß Gefühl geordnet werden
    wer es darf beschreiben
    was darf in den Hyroglyphen stehen
    wo soll das Wort gerade stehen
    all die Blätter die wie Worte sind
    sollen dem Menschen dienen
    und ihm über das Wort die Hand reichen

    Zeilenspalter

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