Ab in den wilden Westen zum Ghosttown Festival nach Prad

“Boom. Nothing can burn us down” – die neue Devise des Ghosttown Festivals in Prad. Trotz Brandanschlag wird das Festival kommenden Samstag, 18. Mai über die vom Feuer verschont gebliebenen Bühnen gehen. Wir haben eine erste Stellungnahme der Veranstalter.

ghosttown festival 2012

Wir hatten es so schön vereinbart: nämlich ein schönes, ausführliches Interview mit den beiden Gleeman Members Markus Mair und Paul Kofler zu führen und uns gemütlich über die Beweggründe des Festivals und das Lineup zu unterhalten. 40 Künstlerinnen und Künstler auf 4 Bühnen und das an einem Festivaltag, nämlich am Samstag, 18. Mai 2013 ab 13 Uhr. Doch die beiden haben jetzt Dringenderes zu tun, als Interviews zu geben. Denn von den 4 Bühnen stehen nur mehr 3 und der Saloon ist auch nicht mehr. Dienstag Nachmittag hat mich folgende Nachricht erreicht: 

„In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai hat sich in der Countrystadt Prad etwas Wahnsinniges ereignet: Bisher unbekannte Täter drangen in das Gelände ein und setzten die Bühne sowie den Saloon des Ghosttown Festival in Brand, welche in der Folge bis auf die Fundamente nieder brannten. Ein Ausbreiten des Feuers auf die restliche Countrystadt und den umliegenden Wald konnte zum Glück durch das rasche Eingreifen der Feuerwehren von Prad und Lichtenberg verhindert werden. Offensichtlich wollten die Täter das Ghosttown Festival sabotieren, welches aber trotzdem am Samstag, 18. Mai dort stattfinden wird. Zurzeit beraten die Veranstalter noch, in welcher Art und Weise genau das Ghosttown Festival stattfinden wird, aber sicher ist, dass es stattfinden wird.“

Ghosttown Festival Brandstiftung

Deshalb hier nun bloß kurz und bündig das, was den beiden nach dem Schock noch über die Lippen gekommen ist:

Bei euch geht’s ja echt zu wie im wilden Westen: vorletzte Nacht wurden eure Hauptbühne und der Saloon nieder gebrannt. Was geht da ab?

Wir verurteilen die Aktion der Brandstifter aufs Schlimmste und finden es unglaublich, dass jemand zu so etwas fähig ist. Die Countrystadt Prad wurde nämlich in vielen Arbeitsstunden vom Eishockeyclub Prad für das von ihm organisierte Countryfest aufgebaut. Mit der Zerstörung der zwei Gebäude zeigen die Täter, dass sie keinen Respekt davor haben. Auch der Versuch, das Ghosttown Festival durch einen Brandanschlag nicht stattfinden zu lassen, zeugt von Mangel an Respekt den Organisatoren gegenüber. Das Ghosttown Festival wird nämlich von einer Gruppe Jugendlicher mit einem riesigem Arbeitsaufwand organisiert. Jeder, der selbst irgendwann einmal etwas organisiert hat, kann sich vorstellen, wie viel Zeit es kostet, eine Veranstaltung mit 4 Bühnen, 40 Bands oder DJs und Künstlerinnen und Künstlern zu organisieren. Und nicht zuletzt beweisen die Täter auch, dass sie es den Besuchern (auf der Facebook-Veranstaltung hat das Festival knapp 1.500 Zusagen!) nicht gönnen, ein innovatives, weltoffenes, buntes Programm zu genießen. 

Was hat es mit dem Namen “Ghosttown” auf sich?

Wir haben den Namen “Ghosttown” gewählt, weil die Countrystadt in Prad das ganze Jahr wie eine Geisterstadt ausschaut. Mit dem Ghosttown Festival wollen wir Leben in diese sonst so trostlose Stadt bringen.

Euer Festival gibt’s nun das 2. Jahr. Was war denn euer Ansporn dafür? Gibt’s im Land nicht schon genug Festivals?

Nach dem riesigen Erfolg im letzten Jahr war sofort klar, dass es auch heuer wieder ein Ghosttown Festival geben wird. Es gibt zwar schon sehr viele Festivals im Land, aber genug sind es noch lange nicht. Wir wollten ein Festival organisieren, das jenen Sound promotet, den wir selbst hören und selbst spielen oder produzieren. Vor allem wollten wir aber einen Ort schaffen, an dem Menschen aus allen Subkulturen und Fans von vielen musikalischen Stilrichtungen zusammen feiern können. Deshalb auch unser Motto: Bring you tribe and share the vibe!

Das Festival findet also trotzdem statt. Einige Musiker zeigten sich über Facebook bereits solidarisch und wollen ihre Gage für den Wiederaufbau zu Verfügung stellen und kostenlos spielen. Neben einer geballten Ladung Musik fast jeden Genres gibt es in countryger Umgebung auch Live Kunst und einen Synthesizer-Workshop. Und auf den noch verschont gebliebenen Bühnen werden live 7 Bands zu hören und zu sehen sein: Mark Foggo and the Skasters (Ska) aus Amsterdam, Slick Steve And The Gangsters (Rock n’ Roll) aus Verona, Keyser Soze (Reggae/Soul) aus Texas, Illyrica (Girls Rock) aus Bozen, Bizarro Welt (Dorfrebellen Punk) aus Naturns, Miteinanders (Rock) aus Brixen und Shantifax (Live Goa) aus Sterzing. Am Steppas Yard bzw. 

Die Dub Stage erwartet euch ein Stück Soundsystem und 10 Kilowatt geballte Power: Mungos Hifi (Reggae/Dubstep) aus Glasgow, Solo Banton (Reggae) aus London, Step Art (Reggae/Dubstep) aus Frankreich, Tberias Towa ft. I-Rebel (Dub-A-Rebel) aus IT/DE, Etrurian Soundsystem (Dub/Reggae) aus Rom, Agent Tanga (Early Reggae) aus Schlanders und Selecta Denny (Ska) ebenfalls aus Schlanders. Natürich darf auch die Revoltekk-Bühne inklusive Drum and Bass sowie Dubstep vom Feinsten nicht fehlen: Nocturnal (Drum and Bass) aus London, Arpxp (Drum and Bass) eingeflogen aus Sardegna, Sick (Dubstep) aus Torino, Numskull (Drum and Bass) aus Arezzo, Rebooze (Jungle) aus Schlanders und Boogie (Dubstep) aus Eppan. 

Im Miracle Hill Saloon wäre von Reggae bis Hip Hop und von Gipsy bis Progressive alles geplant gewesen – Stil hat keine Grenzen: Klangmassage (Progressive) aus Vienna, Ed Cox (Gipsy/Tekno/Jungle) aus London, dR.sATan (Hardtek) aus Sterzing, Yurupari (Dark Psy/Psycore) aus Meran, Dj Saskyo (Balkan/Electro) aus Reggio Emilia, Shamata (Progressive) aus Schlanders, Patze Collapse (Rock ‘n’ Roll) aus Bozen, Get Bizy Crew (Hip Hop) aus Bolzano, Melograno Smokerz (Hip Hop) aus Bozen, Kravatte & Kravalle (Hip Hop) aus dem Vinschgau, Garage Soundsystem (Gipsy/Reggae) vom Ritten und Tek A Set (Reggae/Jungle) aus Südtirol.

www.ghosttownfestival.com und zur Facebook-Seite und so findet ihr hin.

So sah’s einmal aus:

ghosttown prad

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