Fashion + Design > More

October 3, 2018

Kreativkollektiv DEAR UDO: Vom Unerwarteten und Vorhandenen inspiriert

Verena Spechtenhauser

Donatella Wieser + Ute Niedermayr = DEAR UDO, ein Innsbrucker Kollektiv, so frisch (weil erst im März gegründet) wie die Milch vom Bauer. Ja, dieser Satz ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt direkt aus Ute Niedermayrs digitaler Feder. Wie wir von DEAR UDO erfahren haben? Weil sie gerade dabei sind, eine Installation für die Galerie der Stadt Schwaz zu entwickeln, welche bei der Langen Nacht der Museen, am Samstag 6. Oktober 2018, eingeweiht wird. Und da sich über DEAR UDO im weltweiten Netz so gut wie gar nichts finden lässt, machen wir mit Vergnügen den Anfang und nehmen das Künstlerduo genauer unter die Lupe. 

Wer seid ihr?

Wir sind Donatella Wieser und Ute Niedermayr und bilden zu zweit das Kreativkollektiv DEAR UDO. Wir arbeiten interdisziplinär in den Bereichen Interior Styling, Fotografie, Interior Design, Upcycling. Wir kommen beide aus der Architektur und haben uns beim Studium in Innsbruck kennengelernt. Nach dem Studium haben wir uns in unterschiedliche Richtungen spezialisiert, einerseits Interior Design und andererseits Fotografie in Mailand. Schließlich haben wir durch ein gemeinsames Projekt zusammengefunden und DEAR UDO gegründet.

Warum gibt es DEAR UDO, was war eure Motivation?

Wir hatten beide den gleichen Wunsch, unser eigenes Ding zu machen, eigene Sachen zu entwickeln, selbst zu entscheiden Wer, Wie, Was und Wo. Das  ”Abenteuer Selbständigkeit” gemeinsam zu bestreiten und zu schauen, wo uns der Weg hinführt, ganz nach dem Motto “Together is better”. 

THIS WAY UP_DEAR UDO

Womit beschäftigt ihr euch als Kollektiv?

Wir beschäftigen uns mit Interiors im privaten und öffentlichen Raum, vom Microspace, wie zum Beispiel einem Schaufenster, über Pop-up- und Ausstellungsdesign bis hin zu Raumkonzepten für private und gewerbliche Kunden. Unsere Arbeit basiert auf einem konzeptionellen Ansatz, der vom Unerwarteten und Vorhandenen inspiriert wird. DEAR UDOs Ästhetik kann als minimal, rough aber emotional, weich und zugleich brutal, sexy und industriell bezeichnet werden.

Woran arbeitet DEAR UDO gerade, so ganz im Konkreten?

An der Selbständigkeit, denn DEAR UDO soll so bald als möglich auf eigenen Füssen stehen können! Und an einer Installation mit dem Titel THIS WAY UP, welche Ute gerade zusammen mit dem Innsbrucker Planungsbüro BZW austüftelt.

3 SPAM!Overdosse_dearudo

Klingt spannend! Könnt ihr uns Genaueres darüber erzählen?

Ja, klar! THIS WAY UP ist, oder besser gesagt: wird, ein Möbelprototyp für die Galerie der Stadt Schwaz, welche auf uns mit der Frage zugekommen ist, ob wir eine Pop-up-Bar für die Lange Nacht der Museen am 6.10.2018 entwerfen und selbst bauen könnten. Wir hatten von der Galerie die Information erhalten, dass es ihnen unter anderem an Stauraum für Bücher und Kunstmagazine sowie an einer Sitzgelegenheit und einer Abgabefläche fehlen würde. Wie im Kunstsektor üblich, war das Budget eher beschränkt, darum fanden wir es schade, nur einen „One Night Stand“ mit der Bar hinzulegen. Wir dachten, vielleicht könnte man ja ein Ding entwerfen, das neben Bar auch Sitzbank und Tisch sein kann, und das alles am Besten noch in einem grünen, politisch korrekten und recyclebaren Material, um temporär zu sein! Als Material entschieden wir uns für Wabenkartonplatten, die mithilfe eines Stecksystems unterschiedlich umgesteckt werden können, je nach gewünschter Funktion. Das Motto war: Es hält eben, so lange es hält. Ein Gedanke, der auch für die Galerie der Stadt Schwaz super passte, da in der nächsten Saison ein anderer Kreativer die Chance haben wird, eine temporäre Installation für die Galerie zu entwerfen.

Ist THIS WAY UP eure erste gemeinsame Arbeit?

Nein, unser erstes richtiges gemeinsames DEAR-UDO-Projekt mit 100 Prozent DEAR UDO, war eine Schaufenster-Installation genannt SPAM! Overdose für die Garderobe in Innsbruck, ein Fashion Atelier und 2nd Hand Store. Die Kollektion der Garderobe umfasst einzigartige, handgefertigte Kleidungsstücke, die im Laden und im angeschlossenen Atelier entworfen und hergestellt werden. Eine feine Auswahl an Vintage-Stücken vervollständigen die außergewöhnliche Auswahl für Männer und Frauen. SPAM! Overdose fängt das Konzept des Shops ein, das gegen Massenkonsum, pro #slowfashion und Einzigartigkeit abzielt. Die Installation besteht aus zirka 400 gebrauchten Dosen, die wir aus den lokalen Müllcontainern gesammelt haben und denen wir einen neuen Look verpasst haben: Alle sehen gleich aus, bis auf eine Dose, jene, die die selbstentworfenen und genähten Unikate der Garderobe repräsentiert.Spam!overdose_DEAR UDO

Warum SPAM! Was hat es mit dem Namen auf sich?

Wir haben den Namen SPAM! für das Projekt aufgrund der Analogie zur amerikanischen Konservenmarke SPAM, die haltbares Fleisch in Dosen verkauft, und späteren Namen für unerwünschte Massen-E-Mails gewählt. Frei nach der Lebensregel “Massenkonsum vs. Uniqueness!”. 

Und was steht bei euch beiden – zusammen und – als nächstes an?

Gute Frage, denn ungelegter könnten die Eier gar nicht sein und das  in jeglicher Hinsicht. Wir können nur soviel verraten, für DEAR UDO gibt es ein wirklich spannendes Upcycling-Projekt im Bereich Tourismus. Bei Ute läuft gerade ein Fotoprojekt in einem Mailänder Wettbewerb und ein weiteres Fotoprojekt ist gerade in Planung.

DEAR UDO_Homepage

Ein Geheimnis über DEAR UDO, das ihr nur franz verraten wollt …?

Über eure Interviewanfrage waren wir ehrlich überrascht! “Was? franzmagazine? Hääää? Die haben sich sicher vertippt …”, so oder so ähnlich war ungefähr unsere Reaktion. Nach der Freude kam dann gleich die “panic, panic, panic … sch(…), was sollen wir überhaupt sagen …” Zum Glück hatten wir dann doch mehr zu erzählen, als wir anfangs dachten.

Fotos: DEAR UDO 

Print

Like + Share

Comments

Current day month ye@r *

Discussion+

There are no comments for this article.

Archive > More