Music

August 2, 2018

Alles auf Anfang: Frozen Ra!n in neuem Gewand

Eva Rottensteiner

Ein Informatiker und Lehrer, ein Musikstudent, ein Maurer und ein Wirtschaftsstudent spielen in einer Band. Das klingt zwar irgendwie komisch, ist aber ein Gemisch, das sich besser kaum hätte finden lassen. Sie nennen sich die „Frotzn*“ (*unerzogene Kinder, Jugendliche ohne Manieren) – Max Elia als Sänger und Gitarrist, Fabian Pichler als Gitarrist, Felix Bachmann als Drummer und Benni Longo als Bassist. Oder soll ich lieber sagen, sie NANNTEN sich so? Seit ihrem 15. Lebensjahr haben sie als Bozner Band „Frozen (entstanden aus Frotzn) Ra!n“ ihren Senf in der Rockbandlandschaft von Südtirol dazugegeben. Mit ihrem Indie-Alternative-Frotzn-Rock (Einordnungen mögen sie nicht so gern) haben sie es auch einige Male schon über den Brenner hinaus geschafft. Am Montag (30. Juli 2018) haben sie sich dann offiziell auf ihrer Facebook-Seite verabschiedet. Aber hat es sich nun wirklich ganz „ausgefrotzt“? Hell no! Noch ehe man sich versieht, sind sie auch schon wieder da – allerdings in neuem Gewand. Unter ihrem neuen Bandnamen „Partu“ möchten sie neue Genres bestreiten. Wir haben exklusiv bei Fabian und Max nachgefragt, wie wo was und vor allem warum sie jetzt Partu sind!

Wie seid ihr zum Entschluss gekommen, was Neues zu starten?

Fabi: Wir hatten unsere Mucke, aber dann irgendwann kam stilistisch gesehen nichts Neues mehr. Ein Jahr lang haben wir bei Konzerten immer das selbe Set gespielt und uns wurde klar, dass wir etwas Anderes brauchen. Wir hatten uns musikalisch und auch menschlich einfach weiter entwickelt und haben so dann ein halbes Jahr lang experimentiert. Vom Stil her sind wir jetzt ein bisschen poppiger geworden, tanzbarer und auch kommerzieller, wenn man so will. Wir sind nicht mehr so frech und rockig, wie wir es früher waren, und singen jetzt auf Deutsch. Das war zwar ein gewagter, aber ich finde ein doch cooler Schritt.

Warum Deutsch?

Fabi: Weil es uns authentischer beim Texten vorkommt. Früher beim Texten war es immer blöd auf Deutsch zu denken, aber dann alles auf Englisch niederzuschreiben. Da kommen einem auch nie die Wortspiele oder Redewendungen wie im Deutschen, unserer Muttersprache. Anfangs hatten Benni und Max die Idee dazu, ich allerdings war zuerst nicht so begeistert. Dann haben wir einen Song aufgenommen und es hat für uns alle gepasst.

Max: Früher dachten wir, Rockmusik muss immer Englisch sein, und die Texte wurden oft eher nur geschrieben, um eben einen Text zu haben. Es war dann nicht unbedingt wichtig, was dabei gesagt wurde. Jetzt mit den deutschen Texten ist es schwieriger, denn es muss dann auch etwas bedeuten. So kommt man sich ziemlich schnell blöd vor und muss für das, was man singt, gerade stehen.

Das Wort „Partu“ ist aber weder Deutsch noch Englisch?

Fabi: „Partout“ ist ein französisches Wort, wird aber auch in der deutschen Umgangssprache verwendet. Wir schreiben es jedoch nicht, wie man es eigentlich richtig schreiben würde „partout“, sondern falsch, sozusagen, „Partu“.

Max: Es ist kein richtiges Wort, sondern eher ein Kunstname, aber es kann vieles bedeuten.

Fabi: Nachdem Max die Idee mit „partout“ hatte, haben wir recherchiert und festgestellt, dass das Wort verschiedene Bedeutungen haben kann. Es kann heißen: für alle oder um jeden Preis oder überall. Partu heißt dann irgendwo alles, aber dadurch, dass wir es falsch geschrieben haben, auch irgendwie nichts. Somit ist es alles und gleichzeitig irgendwie nix zugleich.

Partu Frozen Rain

In Kürze erscheint eure neue Single „Abgehen“. Was können wir uns erwarten?

Max: Wir haben verschiedene Lebenssituationen und Gefühle aufgenommen.

Fabi: Es handelt von Einzelpersonen und ihren Situationen. Man beobachtet oft andere Leute in der Stadt oder auch im eigenen Freundeskreis und überlegt sich danach, was wohl in ihnen gerade so vorgeht.

Geht ihr mittlerweile auch anders an neue Songs heran?

Max: Die Art und Weise, wie Songs entstehen, ist wohl die größte Veränderung im Vergleich zu früher. Jetzt kann man sich das eher so vorstellen wie eine Werkstatt, in der wir sitzen und herum schrauben bis wir zufrieden sind.

Fabi: Wir fangen mit einem Song an, machen zuerst die Struktur und rangieren aus. Dann überlegen wir uns den Text, der sich meist automatisch ergibt.

Und früher?

Fabi: Früher haben wir eher Proberaum-Jams gemacht. Wir haben gespielt und wenn etwas toll klang, haben wir es direkt ausgebaut. Jetzt hat zumeist jemand die Idee und dann ziehen wir uns zurück ins Home-Studio und basteln dort herum, bevor wir im Proberaum wieder zusammen kommen.

Habt ihr Angst, dass eure Fans enttäuscht sind vom Stilwechsel?

Max (lachend): So viele Fans haben wir nicht.

Fabi: Die meisten, glaube ich, sind schon positiv gestimmt, weil wir jetzt doch nicht total anders spielen. Ich glaube auch, dass es musikalisch besser klingt als vorher.

Ist jetzt aus mit Frotzn Rock?

Fabi: Nein, wir sind noch die „Frotzn“; auch wenn wir jetzt „Partu“ heißen, werden wir trotzdem noch „Frotzn“ bleiben.

Max: Aber wir sind jetzt nicht mehr NUR Frotzn.

 

Fotos: Harald Longo

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