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July 13, 2017

Biologisch + regional + sozial: Gartenbau mit Flüchtlingen @ Salewa

Greta Stampfer

Endlich mehr Beschäftigung, endlich Einbindung in das soziale Leben, endlich die Sprache lernen: Direkt vor der Salewa in Bozen soll ein Garten auf 3000 m² Integration bieten, die sonst oft Mangelware ist. 15 Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Einrichtungen Südtirols werden hier in die Kunst des biologischen und regionalen Gartenbaus eingewiesen – und in die Kunst des Zusammenlebens.

Bereits seit 2002 wohnte Rebuar in der Schweiz. Er arbeitete dort in Restaurants, auf Baustellen und auch in Gärten. Doch vor sieben Monaten kam er nach Italien und stand plötzlich vor dem Nichts: „Ich will nicht daheim bleiben. Ein Alltag, der nur aus daheim bleiben, essen, schlafen, essen und wieder schlafen besteht, gefällt mir nicht.“ Rebuar hatte vor seiner Flucht aus dem Iran ein gut gehendes Geschäft für kurdische Kleidung und arbeitete hart. Ein Tag ohne sinnvolle Beschäftigung ist für ihn ein verlorener Tag.

Diese Worte hat Stephanie Völser, Assistenzleitung von Heiner Oberrauch, dem Präsidenten der Salewa-Oberalp, und Projektleiterin des Salewa-Gartens, schon oft gehört: „Ein großes Problem ist einfach, dass die Beschäftigung fehlt.“ Zwar sei der Garten der Salewa kein Vollzeitjob, sondern mehr Überbrückungszeit, allerdings würden hier bereits erste integrative Schritte gemacht werden: „Die Flüchtlinge können so neue Menschen kennenlernen, einen ersten Kontakt zu SüdtirolerInnen führen und auch die Kenntnisse aus dem vorangegangen Sprachunterricht vertiefen.“ Salewa Garten

Ansonsten wären die 15 Flüchtlinge ziemlich beschäftigungslos: Die aus Senegal, Gambia, Mali, Kongo, Afghanistan und Irak stammenden Flüchtlinge und Migranten warten zurzeit auf den positiven Asylbescheid – Zeit, die ohne den Salewa-Garten ungenützt bleiben würde.

Die Früchte des Gartens werden auch genützt: Einerseits beliefert der Salewa-Garten das Restaurant Bad Schörgau in Sarnthein, andererseits das Salewa-Biwac und die Angestellten der Salewa gegen eine freiwillige Spende. Die Einnahmen kommen den 15 fleißigen Gartenhelfern zugute.

„Es soll eine Möglichkeit sein, wieder Würde zu erlangen und sich aus der Struktur der Auffangcamps befreien zu können. Und idealerweise wäre es auch noch ein Sprungbrett für eine richtige Arbeit“, so Stephanie Völser.

Der Garten der Salewa ist jeden Donnerstag, von 18.00 Uhr bis 19.00 H geöffnet.

Foto: franzmagazine 

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