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March 3, 2017

“Alles Auf Anfang” mit Carmen Alber: “Ich liebe die Beobachtung”

Kunigunde Weissenegger

Neugierde, Lust auf Neues und Entdeckungseifer sind ihr Triebwerk, Gelassen- und Entschlossenheit sind auch mit im Gemisch. Ihr Studium ermöglicht es Carmen Alber in verschiedenste Bereiche der Kunst zu blicken: „Dadurch kann ich meine Interessen problemlos verfolgen und ausbauen.“ – Die 21-Jährige Meranerin studiert Fotografie an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Neben dieser Leidenschaft interessiert sie sich für Kunst und Literatur. Die Wissbegier hat sie auch zu franzmagazine gebracht.

Darum geht’s: Hiermit und genau mit ihr starten wir die Interviewserie „Alles Auf Anfang“. Die Fotografin und Autorin hat 11 junge Menschen getroffen, sie portraitiert, mit ihnen über Pläne, Ziele und Schritte in die Selbständigkeit, Träume und Herausforderungen gesprochen – und auch gelacht. Also los, Scheinwerfer, Aufnahmegerät und Kamera auf Carmen Alber

Wenn’s Klick macht … 

… habe ich hoffentlich nicht den Objektivdeckel auf der Kamera vergessen. 

Am liebsten … 

… nehme ich meine Kamera mit auf Reisen. 

Wie sähe denn ein Selbstportrait von dir aus?  

Ehrlich gesagt, habe ich noch nie daran gedacht, wie ein Selbstportrait von mir aussehen könnte. Vielleicht ist das auch besser so, denn sich selbst zu inszenieren bedingt sehr viel Selbstkennung und Natürlichkeit. Das ist wahrscheinlich eines der schwierigsten Dinge, das sich ein Fotograf vornehmen kann. Man ist sich selbst immer der größte Kritiker.  

Carmen Alber 02

Wie bist du denn zur Fotografie gekommen?  

Ich fotografiere seit sieben Jahren, etwa genau seit dem Zeitpunkt, zu dem ich meine erste Kamera erhalten habe. Zur Fotografie selbst bin ich durch meinen Vater gekommen, der selbst Künstler war – Fotografie war und ist das beste Mittel zum Ausdruck für mich.  

Was reizt dich besonders daran, anderen Menschen über Kamera oder Mikro (sehr) nahe zu kommen? 

Ich bin ein sehr zugänglicher und offener Typ Mensch und habe sehr viel Freude am Kontakt mit anderen – was wahrscheinlich ein Muss in diesem Beruf ist. Jeder Mensch besitzt dieses spannende „Etwas“, das anderen besonders an ihm auffällt. Seien es markante Gesichtszüge oder eine außergewöhnliche Augenpartie – dieses „Etwas“ richtig in Szene zu setzen, macht es für mich besonders spannend. 

Welche Motive fordern dich heraus? 

Häufig beschäftigen sich meine Bilder mit Themen wie Lichtsetzung, Geometrie und Bewegung. Außerdem besitze ich sehr viel Liebe zum Detail, weshalb ich oft mit Ausschnitten meiner Bilder arbeite. Prinzipiell, finde ich, kann jedes Objekt interessant sein. Es geht mehr darum als Fotograf zu erkennen, wie das Motiv bestmöglich hervorgehoben werden kann. Ein Fotograf, der inmitten einer Elefantenherde steht, wird es wohl eher auf eine Seite im National Geographic schaffen als jemand, der einen Elefanten im Zoo fotografiert – hoffe ich : ) Jedes Motiv bringt so seine Schwierigkeiten mit sich, aber gerade das macht es so spannend. Carmen Alber 03

Wer sollte denn einmal unbedingt vor deiner Kamera stehen? 

Eigentlich habe ich da keine bestimmte Person im Kopf. Ich werde viel lieber von unvorhergesehenen Motiven überrascht, als dass ich mir diese gezielt aussuche. 

Wohin geht’s demnächst? Was steht an? Pläne für die nahe oder auch ferne Zukunft?

Momentan bin ich noch mit meinem Studium in Wien ausgelastet und versuche hier und da etwas Erfahrung in meinem Bereich zu sammeln. Es sind einige Projekte in Planung, an denen ich momentan arbeite. 

Wird’s demnächst was von dir zu sehen geben?  

Ja, es wird demnächst einiges von mir zu sehen geben: Neben der Projektserie „Alles Auf Anfang“ für franzmagazine hat im Februar 2017 die einmonatige Ausstellung „réflexion im Meraner Krankenhaus stattgefunden, bei der 6 Fotografien von mir gezeigt wurden. In der Zwischenzeit stehen noch einige Shootings für Mode-Boutiquen an. Im Juni ist dann eine zweiwöchige Exkursion nach Athen mit anschließender Ausstellung geplant. Falls es sich zeitlich ausgehen sollte, wird es im Juni auch in Bregenz Bilder von mir zu sehen geben.  

Fotos: (c) Carmen Alber 

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